Gothaer Einhand-Regatta begeistert Segler am Halterner Stausee

Was für ein Wochenende! Am 4. und 5. Juli 2026 durften wir vom Segelclub Prinzensteg e.V. die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Gothaer Einhand-Regatta auf unserem Heimatrevier, dem Halterner Stausee, begrüßen. Zwei Tage lang stand alles im Zeichen des Einhandsegelns und gelebter Inklusion – mit spannenden Wettfahrten, anspruchsvollen Bedingungen und vor allem mit viel Freude am gemeinsamen Segelsport.

Schon vor dem Start war klar: Dieses Wochenende wird kein gemütlicher Sonntagsausflug mit Kaffee und Kuchen auf dem Wasser. Die Wetterprognosen kündigten vier bis fünf, in Böen sogar bis zu sechs Beaufort an. Das sorgte bei so manchem Segler für Respekt, denn bei solchen Bedingungen zählen nicht nur Geschwindigkeit, sondern vor allem Erfahrung, Konzentration und ein gutes Gefühl für das eigene Boot.

Insgesamt gingen zwei Einhandklassen an den Start. Besonders im Mittelpunkt stand die Klasse der 2.4mR mit 19 Booten. Dieses nur 4,18 Meter lange Einhand-Kielboot sieht auf den ersten Blick vielleicht klein und unscheinbar aus – aber wer es einmal bei kräftigem Wind gesegelt hat, weiß: Dieses Boot hat es in sich. Die 2.4mR gehört zur Familie der internationalen Meter-Yachten und verlangt selbst erfahrenen Regattaseglern höchste Präzision ab.

Eine Besonderheit dieser Klasse ist ihre große Inklusivität. Die Boote können je nach Ausstattung mit Händen oder Füßen gesteuert werden. Da das Gewicht der Seglerin oder des Seglers sehr nah am Schwerpunkt des Bootes liegt, spielen Körpergröße, Alter oder körperliche Fitness nur eine geringe Rolle. Entscheidend sind vielmehr Erfahrung, taktisches Können und das richtige Gespür für Wind und Wasser.

Genau das macht die 2.4mR zu einer außergewöhnlichen Klasse: Seglerinnen und Segler mit und ohne Handicap treten gemeinsam gegeneinander an. Besonders beeindruckend war dabei die Teilnahme von Seglern mit körperlichen Einschränkungen, die sich den schwierigen Bedingungen mit großem Können stellten. Auch der 86-jährige Uli Libor zeigte eindrucksvoll, dass Leidenschaft für den Segelsport keine Altersgrenze kennt.

Die Bedingungen forderten allen Teilnehmern einiges ab. Schon kleine Bewegungen können bei der 2.4mR entscheidend sein. Bei Welle und Schräglage kann Wasser ins Boot gelangen, das während der Wettfahrt wieder mit einer Handpumpe nach außen befördert werden muss. Da bleibt nicht viel Zeit zum Ausruhen – Segeln auf höchstem Niveau eben.

Auch die ILCA-Segler hatten mit den Windverhältnissen zu kämpfen. Bei den ILCA 7 gingen 13 Jollen an den Start. Die leichten Einhandboote wurden von kräftigen Böen immer wieder beschleunigt und kamen teilweise ins Gleiten. Besonders die Vorwindkurse verlangten viel Können. An der nächsten Tonne warteten dann schnelle Manöver mit hohem Druck im Segel. Wer hier nicht perfekt reagierte, machte schnell Bekanntschaft mit dem Wasser – auch das gehört manchmal zum Segeln dazu.

Gesegelt wurde auf einem klassischen Up-and-Down-Kurs. Gerade an den Tonnen entstanden spannende Situationen, wenn mehrere Boote dicht beieinander lagen und jeder Segler um die beste Position für den nächsten Kursabschnitt kämpfte. Oft entschieden wenige Meter und der richtige Moment für ein Manöver über Erfolg oder Platzverlust.

Am zweiten Regattatag zeigte sich der Wind etwas freundlicher. Die starken Böen des Vortages hatten nachgelassen, sodass die Seglerinnen und Segler ihre Wettfahrten unter faireren Bedingungen fortsetzen konnten. Unsere Regattaleitung unter Robert Vila-Keller vom Segelclub Prinzensteg e.V. bewies dabei erneut viel Erfahrung und sorgte für einen sicheren und reibungslosen Ablauf.

Auch sportlich gab es spannende Ergebnisse. In der Klasse 2.4mR setzte sich nach fünf Wettfahrten der Belgier Benjamin Van Cauwendbergh vom Yachtclub Ruhrland Essen e.V. souverän durch. Mit vier Start-Ziel-Siegen zeigte er eindrucksvoll seine Klasse. Auf den weiteren Podiumsplätzen folgten Andreas Greufe vom Sail-Lollipop Regatta Verein e.V. auf Platz zwei und Stefan Klötzing vom Potsdamer Yacht Club e.V. auf Platz drei.

Bei den ILCA 7 entwickelte sich ein spannender Kampf um die Spitzenplätze. Christoph Weidemann vom Ruder- und Kanu-Club Wörth e.V. sicherte sich den ersten Platz, knapp gefolgt von seinem Vereinskameraden Till Nießner auf Rang zwei. Zur großen Freude unseres Vereins erreichte Fabian Schmitz einen hervorragenden dritten Platz.

Doch eine Regatta besteht nicht nur aus Ergebnissen und Platzierungen. Was uns besonders gefreut hat, war die tolle Atmosphäre an Land und auf dem Wasser. Trotz der sommerlichen Temperaturen war allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Freude am Segelsport anzusehen. Die gute Stimmung, die Verpflegung und die Organisation rund um die Regatta sorgten dafür, dass sich unsere Gäste bei uns am Halterner Stausee wohlfühlten.

Ob die Gothaer Einhand-Regatta mit der inklusiven 2.4mR-Klasse zu einem festen Höhepunkt im Regattakalender von Haltern am See wird, wird sich zeigen. Die ersten Zeichen sind jedoch sehr positiv resümierte unser erster Vorsitzender Josef, da viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer bereits angekündigt haben, im kommenden Jahr gerne wieder dabei zu sein. Wir freuen uns darauf!

Unser besonderer Dank gilt allen Helferinnen und Helfern des Segelclub Prinzensteg e.V., die mit ihrem Einsatz vor, während und nach der Veranstaltung diese Regatta überhaupt möglich gemacht haben. Ebenso danken wir der Regattaleitung für die hervorragende Organisation und den sicheren Ablauf der Wettfahrten sowie der DLRG-Ortsgruppe Haltern am See, die mit ihrer Unterstützung auf dem Wasser für die Sicherheit aller Teilnehmer sorgte.

Ein ganz besonderer Dank gilt Heiko Prang, der unsere Regatta in mehrfacher Hinsicht unterstützt hat: Als Hauptsponsor und Namensgeber hat er die Veranstaltung maßgeblich ermöglicht und darüber hinaus auch tatkräftig als Wettfahrthelfer zum Gelingen der Regatta beigetragen.

Ohne dieses großartige Team wäre eine solche Veranstaltung nicht möglich. Wir freuen uns schon heute auf die nächste Gothaer Einhand-Regatta und darauf, wieder viele begeisterte Seglerinnen und Segler an unserem schönen Halterner Stausee begrüßen zu dürfen.

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